Kennzeichenerkennung, auch ANPR (Automatic Number Plate Recognition), LPR (License Plate Recognition) oder Nummernschilderkennung genannt, ist eine Kameratechnik, die das Kennzeichen eines Fahrzeugs liest und in Text umwandelt. Auf Parkplätzen, in Parkhäusern und Tiefgaragen erfasst eine Kamera das Kennzeichen samt Zeitpunkt an der Einfahrt, eine weitere an der Ausfahrt. Aus beiden Zeitpunkten entsteht der Parkvorgang, auf den Tarif und Zahlung angewendet werden.
Für Parker ändert sich damit vor allem eines: Sie ziehen kein Ticket und müssen nichts aufbewahren. Für Sie als Betreiber der Fläche entfällt die Ausgabe von Tickets, Karten oder Chips. Das Verfahren funktioniert schrankenlos als Free Flow Parking und genauso mit Schranke, die dann für berechtigte Kennzeichen automatisch öffnet.
Wie läuft ein Parkvorgang mit Kennzeichenerkennung ab?
Das Fahrzeug fährt ein, die Kamera erfasst das Kennzeichen, der Parkvorgang startet. Beim Ausfahren liest die Kamera an der Ausfahrt erneut, der Vorgang wird geschlossen und der Betrag steht fest.
Ob die Zufahrt dabei frei bleibt oder eine Schranke öffnet, legen Sie je Zufahrt fest. Beides lässt sich auf einer Fläche kombinieren, wenn die Zone hinter der Schranke eine eigene Zufahrt hat.
- Einfahrt: Kennzeichen und Zeitpunkt werden erfasst
- Die Parkzeit läuft im Hintergrund
- Ausfahrt: Der Parkvorgang wird geschlossen
- Zahlung per App, QR-Code, online im Nachgang oder am Automaten
Was ist Free Flow Parking?
Free Flow Parking bedeutet Parken ohne Schranke und ohne Ticket: Die Zufahrt bleibt offen, die Kamera erfasst das Kennzeichen beim Ein- und Ausfahren, niemand muss anhalten. Es gibt keinen Rückstau an der Einfahrt und keine Technik, die im Weg steht.
Wo die Zufahrt begrenzt werden soll, etwa für Kontingente oder Mitarbeiterplätze, arbeitet dieselbe Kennzeichenerkennung mit einer Schranke zusammen. Wann welche Lösung passt, steht im Ratgeber zu Parkplätzen mit und ohne Schranke.
Wie bezahlen Parker beim Parken mit Kennzeichenerkennung?
Weil der Parkvorgang am Kennzeichen hängt, braucht es keinen Parkschein. Parker zahlen per Park-App, über einen QR-Code auf dem Schild oder online im Nachgang. Steht auf Wunsch ein Parkautomat zur Verfügung, geben Parker dort ihr Kennzeichen ein und zahlen per Karte, kontaktlos oder Apple/Google Pay, mit dem PARQ Automat A2 auch mit Bargeld.
Welche Wege auf Ihrer Fläche gelten, legen Sie fest. Alle Zahlungen laufen im selben Parksystem zusammen, sodass Sie im Portal sehen, was bezahlt ist und was offen. Wer ohne Zahlung ausfährt, kann 48 Stunden lang online nachzahlen. Geht bis dahin nichts ein oder steht jemand länger als erlaubt, erfasst das System den Verstoß und übermittelt ihn per Schnittstelle an den Dienstleister für die Verstoßabwicklung.
Was beeinflusst die Erkennung?
Wichtig sind Blickwinkel und Abstand, auf das Licht kommt es nicht an. Eine Kamera, die frontal auf die Ein- oder Ausfahrt blickt, liest zuverlässiger als eine, die schräg von der Seite schaut. Die Kameras sind für den Einsatz bei Tag, Nacht und jedem Wetter ausgelegt und über Mobilfunk angebunden.
Welche Daten entstehen bei der Kennzeichenerfassung?
Erfasst wird das Kennzeichen mit Zeitstempel an Ein- und Ausfahrt, daraus entsteht der Parkvorgang. Keine Gesichter, keine Fahrzeuginsassen, keine laufende Videoaufzeichnung. Übertragen wird verschlüsselt, gespeichert wird so lange, wie es für Abrechnung und Nachweis nötig ist.
Im PARQ System
